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Konzertkritik Passauer Neue Presse

Ein schönes Review unsere Konzerts im Cafe Museum in Passau.

Wie vielschichtig die Palette des Jazz ist, haben am Samstag im Café Museum eindrucksvoll die Zeitgenossen von Memplex demonstriert. Der Ensemble Name leitet sich von“koadaptiver Mem-Komplex“ ab, was später zum Kunstwort Memplex zusammengezogen wurde. Unter Memplex versteht man in der Evolutionsbiologie „Idee, Überzeugung oder Verhaltensmuster“, quasi das kulturelle Gegenstück zum biologischen Gen.

Das Quintett versteht sich als Sender von musikalischen Signalen und Ideen. Die Empfänger reagieren und decodieren die Musik. So einfach ist das. Mit der Präsentation ihres zweiten Albums zeigten sie einmal mehr, dass sie nicht nur spielen können, sondern auch schreiben. Alle Stücke sind selbst komponierte Meisterwerke, die keinem Muster unterliegen.
Ihre Lieder erzählten ganze Geschichten vom Werden und Vergehen. Es brauchte überhaupt nicht lange, bis sich die Klänge in alle Richtungen auflösten, um sich gleich danach wieder zu sammeln. Ihr kompromissloser Freigeist verschmolz mit musischem Charme zu einem Abenteuer. Die fünfköpfige Wiener Formation, bestehend aus Werner Zangerle am Tenorsaxophon, Mario Rom an der Trompete, Philipp Jagschitz am Flügel, Walter Singer am Kontrabass und Niki Dolp am Schlagzeug verleiht auf ihrem neuen Album „Listen Closely, Memplex – Lawn of Love“ den vertrackteren Klängen auf aufregende Weise Ohrwurmqualität. Ein Album, auf dem fünf ausgewiesene Experten des Jazz nicht wirklich auf Jazz machen, sondern einfach Musik spielen. Ihre Musik, die den Geist und die Gedanken frei atmen ließen, wurde zu einem Fest für alle Sinne.

Elke Rott, Passauer Neue Presse

„Lawn of Love“ im Concerto-Magazin

„Das Quintett mit Mario Rom (tr), Werner Zangerle (ts), Philipp Jagschitz (p, ep), Walter Singer (b) und Niki Dolp (dr) veröffentlichte 2012 sein Debüt. In den fünf Jahren danach ging man meist getrennte Wege, trotzdem oder gerade deswegen klingt das vorliegende Werk „Lawn of Love“ so kraftvoll und überzeugend. Jedes Bandmitglied steuert mindestens eine Komposition bei, was Abwechslung garantiert, aber der Bandsound in klassischer Jazzquintett-Besetzung wird nie aufgegeben. Ob ruhig fließend wie das Titelstück von Niki Dolp, groovig wie Jagschitz‘ „Dr. Jones And me“ oder bertrackt übereinandergeschichtet wie Singers „Soupa di Alentaja“ – alles ist voller Subtilitäten und bietet allemal eine tolle Basis für solistischen Ausdruck; besonders Werner Zangerle blüht in dieser Umgebung richtig auf. Modern Jazz, bei dem die Musizierfreude im Fokus steht.“

Martin Schuster – Concerto Magazin/Oktober 2017

„Lawn of Love“ auf Ö1

„Das Quintett Memplex, in Wien ansässig, versammelt einige schon arrivierte junge Szenecracks, nämlich Mario Rom/Trompete, Werner Zangerle/Tenorsaxophon, Philipp Jagschitz/Klavier, Walter Singer/Kontrabass und Niki Dolp am Schlagzeug. Wie schon auf dem 2012 veröffentlichen Debüt namens „Souvenir“ geben sich diese fünf Herren auf dem soeben erschienenen Opus „Lawn of Love“ straight und doch eigenwillig – unorthodox. Es ist Musik, die durchaus in erwartbaren Bahnen verläuft – teilweise, und dann doch immer wieder für Überraschungen gut ist – eine persönliche Handschrift aufweist.“

Andreas Felber, Radio Ö1 16.09.2017

musicaustria-Rezension von „Lawn of Love“

Erstes Review von „Lawn of Love“ von Michael Ternai auf musicaustria.

MEMPLEX – „Lawn of Love“

Ein Album auf dem fünf ausgewiesene Experten des Jazz nicht wirklich auf Jazz machen – die fünfköpfige Wiener Formation MEMPLEX verleiht auf ihrem neuen Album „Lawn of Love“ (Listen Closely) den vertrackteren Klängen auf aufregende Weise Ohrwurmqualität.

Nun, eines lässt sich beim Blick auf die Namen der an diesem Projekt beteiligten Musiker definitiv sagen: Hier sind durch die Bank Leute am Werken, die – und das weiß man von deren vielen aufregenden Projekten – die unkonventionellen Wege suchen, stets unklassisch agieren, jede musikalische Grenze spielend überwinden und ganz genau wissen, wie man es anstellt, Musik zu einem echten Erlebnis werden zu lassen. So gesehen lässt sich von diesem Projekt dann doch einiges erwarten. Und man wird nicht enttäuscht.
Der erfrischend unklassische Ton des Jazz
Cover “Lawn of Love”

Mario Rom (Trompete), Werner Zangerle (Tenorsaxofon), Philipp Jagschitz (Piano), Walter Singer (Kontrabass) und Niki Dolp (Schlagzeug) finden sich – wie schon auf ihrem 2012er-Debüt „Souvenir“ – auf einem erfrischend anderen Jazzweg wieder. Fern jeder überbordenden Komplexität und Sperrigkeit rücken die fünf Instrumentalisten vor allem das Musikalische in den Vordergrund des Geschehens. Die Nummern von Memplex sprechen eine gediegene und stilistisch offene Sprache des Jazz. Sie folgen einer für Jazzverhältnisse vermeintlich einfacheren und geradlinigeren Linie und sind von einem warm umschmeichelnden Klang, der sich aus einer Vielzahl wunderbar gänsehauterzeugender Melodiebögen, eleganter Harmonien und grandioser Improvisationen speist und sich über weite, spannungsgeladene Bögen zu einer ungemein stimmungsvollen Angelegenheit entwickelt.
Jazz, der in den Ohren hängen bleibt

Memplex lassen auf ihrem neuen Album das musikalische Pendel auf vielfältige Weise weit ausschlagen. An ruhigen und sanft berührenden Momenten fehlt es ebenso wenig wie an richtig schön intensiv und lässig noch vorne groovenden. Auch dem Experimentelleren, dem sehr Verspielten und manchmal auch zirkushaft Schrägen verschließt sich die Band nicht, was die ganze Sache klarerweise zu einer noch abwechslungsreicheren werden lässt. Das Schöne am Sound dieser Truppe ist, dass die einzelnen Elemente in wirklich perfekter Weise ineinanderfließen, dass sie in Summe ein sehr vielschichtiges Ganzes ergeben, das in hohem Maße etwas sehr Bildhaftes entwickelt und in den Gehörgängen hängen bleibt.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Memplex mit „Lawn of Love“ ein Album gelungen ist, das wirklich alle Stückerl spielt und den Jazz in einem Klang darbietet, der nicht nur bei ausgewiesenen Liebhaberinnen und Liebhabern dieser Musikform Anklang finden dürfte.

Michael Ternai, musicaustria 5. Juli 2017